Rasen neu anlegen: Boden und Saatgut
Wer eine Rasenfläche neu anlegen möchte, schafft mit einem tragfähigen, gleichmäßigen Untergrund die Grundlage für einen geschlossenen Bestand. Entscheidend sind ein sorgfältig vorbereitetes Saatbett und eine Mischung, die zur Nutzung und zu den Lichtverhältnissen passt. Eine gleichmäßige Verteilung hilft, dichte und dünne Bereiche zu vermeiden. Die folgenden Schritte zeigen, worauf es bei Boden, Saatgut und Aussaat ankommt.
Bodenvorbereitung und Planum
Ein ebenes, lockeres Saatbett lässt Wasser ablaufen und bietet den Samen gleichmäßigen Bodenkontakt. Entfernen Sie zunächst Bewuchs und grobe Pflanzenreste; arbeiten Sie anschließend systematisch von einer Grundstücksseite zur anderen.
- Heben Sie eine vorhandene Grasnarbe und groben Bewuchs ab. Bei einer Neuanlage den Boden anschließend mit dem Spaten spatentief, also etwa 20 cm, lockern.
- Brechen Sie verdichtete Schollen mit Spaten oder Grabegabel auf. Arbeiten Sie die Fläche gleichmäßig durch, damit keine festen, unbearbeiteten Zonen unter dem späteren Rasen bleiben.
- Sammeln Sie beim Lockern größere Steine, dicke Wurzeln und Pflanzenreste ab. Feinere Wurzelstücke ebenfalls entfernen, damit sie nicht im Saatbett liegen und die Oberfläche stören.
- Ziehen Sie die Erde mit Rechen oder breitem Gartennivellierer ab. Formen Sie ein ebenes Planum mit leichtem Gefälle, damit Regenwasser von Gebäuden weg ablaufen kann.
- Lassen Sie das grob geebnete Planum ein bis zwei Wochen setzen. Kontrollieren Sie es danach erneut, denn abgesunkene Stellen würden später Unebenheiten in der Rasenfläche ergeben.
- Rechen Sie die Oberfläche unmittelbar vor der Aussaat fein und krümelig. Eine leichte Walzenfahrt oder gleichmäßiges Andrücken stabilisiert das Saatbett, ohne es stark zu verdichten.
Das fertige Planum sollte weder tiefe Fußspuren noch große Klumpen aufweisen. Kleine Unebenheiten lassen sich beim abschließenden Rechen korrigieren; für die Aussaat genügt eine fein gekrümelte Oberfläche, keine staubfeine Schicht.
Saatgutmischung wählen
Die passende Mischung richtet sich zuerst danach, wie die Fläche genutzt wird. Gebrauchsrasen eignet sich für Gärten, in denen Kinder spielen, Wege gequert werden oder Gartenmöbel stehen. Er enthält robuste Gräser, die regelmäßige Belastung besser verkraften als eine reine Zierrasenmischung. Achten Sie auf eine Mischung, deren Beschreibung ausdrücklich eine mittlere bis hohe Trittfestigkeit nennt.
Zierrasen ist auf eine feine, gleichmäßige Optik ausgelegt und passt zu wenig betretenen Flächen. Er verlangt meist mehr Aufmerksamkeit beim Mähen und bei der Pflege als ein strapazierfähiger Gebrauchsrasen. Für Beeteinfassungen oder repräsentative Vorgärten kann die feinere Blattstruktur passend sein; für stark genutzte Spielbereiche ist sie weniger geeignet.
Eine Schattenmischung ist für Standorte mit eingeschränktem Lichteinfall gedacht. Prüfen Sie, ob die Fläche tatsächlich nur teilweise beschattet ist: Auch dafür geeignete Gräser brauchen Licht und können dichten Dauerschatten nicht ausgleichen. Unter Bäumen konkurrieren Wurzeln außerdem um Wasser und Nährstoffe, sodass die Mischung allein keinen geschlossenen Bestand garantiert.
Berücksichtigen Sie neben der Nutzung die Trittfestigkeit und die gewünschte Wuchshöhe. Schnell wachsende Gräser können häufigere Schnitte erfordern; langsamere, feinblättrige Bestände wirken gepflegt, sind aber nicht automatisch belastbarer. Auf der Verpackung sollten Verwendungszweck, Zusammensetzung und empfohlene Aussaatmenge nachvollziehbar angegeben sein.
Bevorzugen Sie Saatgut mit FLL-RSM-Kennzeichnung. Die Regel-Saatgut-Mischungen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau ordnen Mischungen nach vorgesehenem Einsatzbereich und benennen ihre Zusammensetzung. Das erleichtert den Vergleich mit einfachen Mischungen, deren Angaben zu Grasarten und Verwendungszweck weniger aussagekräftig sein können. Stimmen Sie die Auswahl letztlich auf Licht, Belastung und gewünschtes Erscheinungsbild ab.
Saatmenge und Aussaat
Für eine gleichmäßige Keimung kommt es auf die passende Menge und eine flache Ablage der Samen an. Die Packungsangabe des gewählten Saatguts hat Vorrang, da sich Mischungen in Zusammensetzung und empfohlener Dosierung unterscheiden können.
- Für eine neue Rasenfläche gelten meist 20–30 g Saatgut je Quadratmeter. Bei einer Nachsaat sind häufig 10–15 g/m² vorgesehen; richten Sie sich vorrangig nach der Packungsangabe.
- Teilen Sie die berechnete Saatgutmenge in zwei gleiche Portionen. Säen Sie die erste längs und die zweite quer, damit auch bei leicht ungleichmäßigem Streuen möglichst wenige Lücken entstehen.
- Bei größeren Flächen erleichtert ein Streuwagen die gleichmäßige Verteilung. Stellen Sie die Öffnung nach Herstellerangabe ein und testen Sie den Durchfluss zunächst auf einer kleinen, abgemessenen Teilfläche.
- Harken Sie die Samen nur etwa 0,5–1 cm tief ein. Eine dünne Erdschicht schützt sie und lässt Licht sowie Wärme an die Oberfläche gelangen; tieferes Einarbeiten verbessert die Keimung nicht.
- Drücken Sie das Saatgut anschließend mit einer leichten Walze oder einem Brett gleichmäßig an. Der Pressdruck soll den Bodenkontakt sichern, aber keine harte, verdichtete Oberfläche erzeugen.
- Ein geeigneter Starterdünger kann die Keimung und frühe Entwicklung unterstützen. Wählen Sie Produkt und Aufwandmenge nach Packungsangabe und berücksichtigen Sie eine vorhandene Bodenanalyse.
Bei kleinen Flächen lässt sich das Saatgut von Hand verteilen, wenn es zuvor sorgfältig portioniert wird. Arbeiten Sie ruhig und überlappend; eine gleichmäßige Ablage ist wichtiger als kräftiges Einharken oder hoher Walzendruck.
Wann Rasen säen
Der passende Saattermin hängt vor allem davon ab, wie warm der Boden ist und ob Niederschlag oder Bewässerung die Keimung unterstützen. Für die Zeit zum Rasen säen kommen im Garten vor allem das Frühjahr und der Frühherbst infrage. Im Sommer begrenzen Hitze und rasch austrocknende Oberflächen die Erfolgsaussichten, während Frost die Keimung verhindert. Entscheidend ist deshalb nicht allein der Kalendermonat, sondern die konkrete Boden- und Wetterlage.
Frühjahrsaussaat
Im Frühjahr beginnt die Aussaat, sobald die Bodentemperatur dauerhaft etwa 8 bis 10 °C erreicht. Als grobe Orientierung gelten April und Mai; in einem milden, geschützten Garten kann der Boden früher warm genug sein, während Höhenlagen und schattige Flächen länger kühl bleiben. Messen Sie die Temperatur möglichst morgens in etwa fünf Zentimetern Tiefe und prüfen Sie sie an mehreren Tagen. Ein einzelner warmer Nachmittag sagt wenig darüber aus, ob der Boden bereits beständig erwärmt ist.
Die Frühjahrsaussaat hat den Vorteil, dass die zunehmende Tageslänge und die steigenden Temperaturen die Keimung unterstützen. Bei regelmäßigen Niederschlägen bleibt der Boden oft gleichmäßiger feucht als in einer sommerlichen Trockenphase. Der Nachteil: Späte Kälteeinbrüche können die Entwicklung bremsen, und im Frühjahr keimen neben dem Gras häufig auch unerwünschte Beikräuter. Außerdem kann eine rasch folgende warme, trockene Wetterperiode den Oberboden austrocknen, bevor die jungen Gräser gut etabliert sind.
Verglichen mit dem Herbst verlangt die Aussaat im Frühjahr daher eine genauere Beobachtung der Wetterprognose. Wählen Sie einen Zeitraum ohne angekündigten Frost und ohne längere Trockenheit; anhaltender Regen ist ebenfalls ungünstig, wenn er den Boden durchnässt oder Saatgut abschwemmt. Entscheidend ist, dass der Boden nicht mehr kalt und nass, aber auch nicht ausgetrocknet ist. Bei wechselhaftem Aprilwetter kann es sinnvoll sein, einige Tage abzuwarten, statt sich allein am Monatsanfang zu orientieren.
Die passenden optimalen Zeitpunkte für Rasensaat unterscheiden sich je nach Region, Höhenlage und Exposition. Ein sonniger, windgeschützter Garten erwärmt sich meist schneller als eine schattige Fläche. Liegt die Bodentemperatur mehrere Tage im Bereich von 8 bis 10 °C und ist für die folgende Zeit weder Frost noch eine ausgeprägte Trockenperiode zu erwarten, ist das Frühjahr ein brauchbares Aussaatfenster.
Herbstaussaat
Für die Herbstaussaat eignet sich in der Regel der Zeitraum von August bis Ende September. Bei milder Witterung kann bis spätestens Mitte Oktober gesät werden; je später der Termin liegt, desto weniger Zeit bleibt den Gräsern, sich vor der kalten Jahreszeit zu entwickeln. Der Boden ist nach dem Sommer noch warm, was die Keimung begünstigt, während kühlere Lufttemperaturen die Verdunstung häufig verringern. In vielen Regionen treffen diese Bedingungen im Spätsommer und frühen Herbst besonders zuverlässig zusammen.
Auch Tau und häufigere Niederschläge helfen dabei, die Feuchtigkeit im Oberboden gleichmäßiger zu halten. Das ist für die Keimung wichtig, denn austrocknendes Saatbett kann dazu führen, dass junge Keimlinge wieder vertrocknen. Niederschlag ersetzt jedoch keine verlässliche Feuchtigkeit, wenn es über längere Zeit trocken bleibt; maßgeblich ist die tatsächliche Witterung am Standort. Starkregen ist ebenfalls nicht ideal, weil Wasser Samen verlagern und den Boden verschlämmen kann.
Im Vergleich zum Frühjahr ist der Unkrautdruck im Herbst häufig geringer. Viele wärmeliebende Beikräuter keimen dann weniger stark, sodass junge Gräser weniger Konkurrenz um Licht, Wasser und Platz haben. Dazu kommt die Kombination aus warmem Boden und meist moderateren Lufttemperaturen: Das fördert die Keimung, ohne dass die Oberfläche so schnell austrocknet wie während einer heißen Sommerphase. Deshalb bietet der Herbst vielerorts die besseren Erfolgsaussichten.
Warten Sie nicht bis zum letzten möglichen Datum, wenn die Nächte bereits deutlich abkühlen oder der Standort in einer höheren, kälteren Lage liegt. Für eine Aussaat Ende September sollte der Boden noch ausreichend warm sein; Mitte Oktober ist eher eine äußerste Grenze für milde Regionen als ein regulärer Termin. Prüfen Sie die örtliche Wetterentwicklung und berücksichtigen Sie, dass frühe Kälte die Entwicklung verlangsamen kann. Der August und der September bieten meist mehr Spielraum als der späte Herbst.
Sommer und Winter
Eine Rasensaat im Sommer ist möglich, wenn sich eine gleichmäßige Wasserversorgung sicherstellen lässt. Bei warmem Boden keimt Saatgut grundsätzlich rasch, doch Sonne, Wind und hohe Temperaturen lassen die oberste Bodenschicht schnell austrocknen. Besonders kritisch sind Tage mit trockener Luft und Temperaturen über etwa 25 °C: Schon kurze Trockenphasen können die Keimlinge schädigen. Ein kühlerer Abschnitt mit Temperaturen um 15 bis 22 °C und mäßiger Bewölkung ist für die Aussaat meist günstiger als eine Hitzewelle.
Die Niederschlagsmenge allein reicht als Maßstab nicht aus. Ein kurzer Schauer kann die Oberfläche befeuchten, während der Boden darunter trocken bleibt; kräftiger Regen kann Saatgut dagegen verlagern. Im Sommer ist deshalb nur dann ein passender Termin gegeben, wenn die Fläche zuverlässig und regelmäßig feucht gehalten werden kann. Wer während der Keimphase verreist oder keine Bewässerungsmöglichkeit hat, sollte einen kühleren Aussaatzeitraum wählen. Im Vergleich zu Frühjahr und Herbst ist der Aufwand wegen der stärkeren Verdunstung meist höher.
Im Winter ist eine Aussaat bei Frost oder auf gefrorenem Boden wirkungslos. Das Saatgut kann in gefrorenen Boden nicht keimen; nach dem Auftauen besteht zudem das Risiko, dass Regen oder Schmelzwasser es verschiebt. Auch bei dauerhaft niedrigen Bodentemperaturen unter etwa 8 °C läuft die Keimung sehr langsam oder gar nicht ab. Ein milder Wintertag genügt nicht, wenn der Boden in den folgenden Nächten wieder gefriert.
Für eine Sommeraussaat sollten sowohl die Bodentemperatur als auch die Vorhersage für die nächsten Tage betrachtet werden. Bleiben hohe Temperaturen und Trockenheit angekündigt, ist das Zeitfenster ungünstig, selbst wenn der Boden zunächst warm genug erscheint. Im Winter entscheidet nicht der Monat allein, sondern ob der Boden frostfrei und ausreichend warm ist. Die verlässlichsten Sommertermine liegen daher in einer kühleren Wetterphase, während winterliche Aussaat erst nach Ende der Frostperiode wieder sinnvoll wird.
Rasen nachsäen
Nachsaat schließt Lücken, in denen der bestehende Rasen durch häufiges Betreten, Schatten oder eine dünne Grasnarbe an Dichte verloren hat. Bei einzelnen kahlen Stellen genügt eine gezielte Reparatur, während nach dem Vertikutieren größere Bereiche gleichmäßig bearbeitet werden können. Entscheidend ist, dass die Rasensamen Bodenkontakt bekommen und die Oberfläche während der Keimung nicht austrocknet. Die anschließende Pflege richtet sich nach dem Entwicklungsstand der jungen Gräser und endet nicht mit dem ersten sichtbaren Grün.
Kahle Stellen ausbessern
Bei einzelnen Lücken lässt sich die Grasnarbe gezielt reparieren, ohne die gesamte Rasenfläche umzugraben. Entfernen Sie zuerst loses, abgestorbenes Pflanzenmaterial und bereiten Sie nur die betroffene Stelle vor.
- Lockern Sie den Boden in der kahlen Fläche mit einem Handgrubber oder Rechen etwa zwei bis drei Zentimeter tief, ohne die Wurzeln des angrenzenden Rasens großflächig zu beschädigen.
- Füllen Sie Senken mit einer dünnen Schicht Rasenerde oder reifem, fein gesiebtem Kompost auf; wenige Millimeter reichen meist, damit die Oberfläche eben bleibt.
- Verteilen Sie für die Nachsaat 10–15 Gramm Saatgut je Quadratmeter gleichmäßig über die gelockerte Stelle und berücksichtigen Sie dabei die Angaben der Saatgutmischung.
- Harken Sie die Samen anschließend leicht ein, sodass sie nur flach bedeckt sind und weiterhin Bodenkontakt haben; tiefes Eingraben erschwert vielen Grassamen das Keimen.
- Drücken Sie die Fläche mit einem Brett oder der flachen Hand vorsichtig an, damit Samen und Erde Kontakt bekommen, ohne den Boden fest zu verdichten.
- Decken Sie die Reparatur locker mit Gartenvlies ab, wenn Vögel die Samen aufnehmen könnten; befestigen Sie die Ränder, ohne das Vlies auf die Erde zu pressen.
Die Methode eignet sich besonders für klar begrenzte, kleine Lücken: Sie spart Saatgut und lässt sich präzise ausführen. Bei größeren Schäden ist eine flächige Nachsaat gleichmäßiger.
Nachsaat nach dem Vertikutieren
Eine Nachsaat nach dem Vertikutieren ist sinnvoll, wenn die Grasnarbe ausgedünnt ist oder nach dem Entfernen von Rasenfilz kahle Bereiche sichtbar werden. Bei einem dichten, gesunden Bestand bringt zusätzliches Saatgut meist wenig; entscheidend ist, dass die Vertikutierarbeit tatsächlich offene Stellen geschaffen hat.
Warten Sie, bis der Boden ausreichend erwärmt und bearbeitbar ist und weder Frost noch anhaltende Hitze zu erwarten sind. Entfernen Sie das herausgearbeitete Moos und den Rasenfilz vollständig, bevor Sie säen. Lockern Sie freiliegende Erde oberflächlich mit dem Rechen, damit die Samen Bodenkontakt erhalten, und verteilen Sie das Saatgut gleichmäßig. Für eine flächige Nachsaat sind je nach Mischung ungefähr 15–20 Gramm je Quadratmeter üblich; maßgeblich bleibt die Dosierung auf der Saatgutpackung.
Ein Rasendünger für die Neuanlage kann zeitgleich eingesetzt werden, sofern seine Kennzeichnung die Anwendung bei Nachsaat erlaubt. Halten Sie die angegebene Aufwandmenge ein und verteilen Sie Dünger und Samen gleichmäßig, damit keine konzentrierten Stellen entstehen. Ein gewöhnlicher, stark stickstoffbetonter Rasendünger ist nicht automatisch für frisch gesäte Flächen geeignet.
Pflege nach der Aussaat
Für die Pflege von neuem Rasen sind in den ersten Wochen vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit und möglichst wenig Belastung wichtig. Richten Sie die Rasenbewässerung und Pflege nach Keimung und Witterung aus:
- Deutsches Weidelgras keimt bei geeigneten Bedingungen meist nach 7–14 Tagen; Wiesenrispe benötigt deutlich länger und kann erst nach 3–4 Wochen auflaufen.
- Halten Sie die oberste Erdschicht bis zum Auflaufen konstant feucht, denn austrocknende Samen können ihre Keimung unterbrechen und ungleichmäßige Lücken hinterlassen.
- Wässern Sie anfangs mehrmals täglich kurz und leicht, besonders bei Sonne oder Wind; ein feiner Sprühstrahl verhindert, dass Samen fortgespült oder freigelegt werden.
- Prüfen Sie die Fläche täglich an mehreren Stellen: Die Oberfläche soll feucht, aber nicht durchnässt sein, und Pfützen dürfen sich nicht dauerhaft halten.
- Betreten Sie die Fläche möglichst wenig, bis die jungen Gräser angewachsen sind; Fußspuren können die lockere Saatfläche verdichten und Keimlinge beschädigen.
- Mähen Sie erstmals, wenn der Bestand etwa 8–10 Zentimeter hoch ist, und kürzen Sie die Halme auf 4–5 Zentimeter, sobald der Boden tragfähig ist.
Nach dem ersten Schnitt sollte der Rasen nicht abrupt trockenfallen; passen Sie die Wassergaben an Niederschlag und Bodenzustand an. Dünger kommt nur dann hinzu, wenn Saatgut- oder Düngerkennzeichnung eine passende Anwendung vorsieht.
Rollrasen oder Saat im Vergleich
Rollrasen und Saatrasen führen zu einer grünen Fläche, unterscheiden sich aber deutlich darin, wie schnell sie nutzbar wird und welche Arbeit nach der Anlage anfällt. Die Wahl hängt davon ab, ob ein schneller, gleichmäßiger Eindruck oder eine frei zusammengestellte Rasenmischung wichtiger ist. Für beide Verfahren muss der Boden vorab gleich sorgfältig vorbereitet werden. Bei Rollrasen steht die Versorgung der noch nicht verwurzelten Soden im Mittelpunkt; Saatrasen verlangt Geduld, bis die Pflanzen dicht genug gewachsen sind. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, worauf es bei der Entscheidung ankommt.
Rollrasen: Vorteile und Grenzen
Rollrasen bedeckt den Boden unmittelbar nach dem Verlegen mit einer geschlossenen, optisch gleichmäßigen Grasnarbe. Das ist praktisch, wenn eine Fläche rasch ordentlich aussehen soll oder offene Erde vermieden werden soll. Die Soden werden dicht an dicht verlegt; versetzte Querstöße helfen, lange durchgehende Fugen zu vermeiden. Sichtbare Fugen können sich zunächst abzeichnen, besonders wenn die Kanten nicht bündig anliegen oder einzelne Soden austrocknen.
| Merkmal | Rollrasen |
|---|---|
| Nutzbarkeit | Nach etwa 2–4 Wochen, sobald die Soden angewachsen sind |
| Wässern | Sofort nach dem Verlegen beginnen und bis zur Verwurzelung durchgehend feucht halten |
| Bodenvorbereitung | Dieselbe sorgfältige Vorbereitung wie bei einer Aussaat |
| Ergebnis direkt nach der Anlage | Geschlossene Grasfläche statt sichtbarer Erde zwischen jungen Keimlingen |
Der schnelle Flächenschluss ist ein klarer Vorteil, ersetzt jedoch keine sorgfältige Anwuchspflege. Trocknen Soden aus, können sie sich an den Rändern zurückziehen; Staunässe wiederum beeinträchtigt die Wurzeln. Kontrollieren Sie deshalb besonders die Fugen und Randbereiche, wo Wasser nicht immer gleichmäßig ankommt. Auch nach dem Verlegen bleibt die Fläche zunächst empfindlich gegenüber starker Belastung. Ein weiterer begrenzender Faktor ist die geringere Freiheit bei der Zusammensetzung: Die verwendete Mischung ist im fertigen Produkt bereits festgelegt. Wer bestimmte Grasarten oder Eigenschaften gezielt kombinieren möchte, kann das bei einer Ansaat genauer steuern. Rollrasen eignet sich vor allem, wenn ein rasch geschlossenes Erscheinungsbild Vorrang hat und die intensive Wasserversorgung in der Anwachsphase zuverlässig möglich ist. Für eine Fläche, die gleich nach dem Verlegen stark beansprucht werden soll, ist er dennoch nicht sofort freigegeben; erst der Halt der Wurzeln im Untergrund macht die Nutzung sinnvoll.
Saatrasen: Vorteile und Grenzen
Bei einer Ansaat lässt sich die Saatgutmischung gezielt nach Standort und gewünschter Nutzung auswählen. Damit können Sie beispielsweise Mischungen für sonnige Bereiche, halbschattige Lagen oder stärker beanspruchte Flächen berücksichtigen, statt eine fertige Grasnarbe zu übernehmen. Bei passender Zusammensetzung und gleichmäßiger Entwicklung entsteht eine dichte Fläche, deren Gräser sich durch Bestockung und – bei geeigneten Arten – Ausläufer miteinander verzahnen. Arten wie die Wiesenrispe bilden unterirdische Ausläufer und können dadurch kleine Lücken nach und nach schließen. Diese Fähigkeit zur Selbstvernetzung ist kein Soforteffekt und hängt von den enthaltenen Grasarten sowie der erfolgreichen Etablierung ab. Einzelne Artenmischungen unterscheiden sich darin, wie schnell sie sich schließen und wie gut sie Belastung vertragen. Die Ansaat bietet deshalb mehr Gestaltungsfreiheit, verlangt aber eine sorgfältige Auswahl statt einer beliebigen Mischung. Bei ungleichmäßiger Verteilung können unterschiedliche Dichten entstehen, die das Erscheinungsbild zunächst fleckig wirken lassen. Bis der Rasen belastbar ist, vergeht mehr Zeit als bei verlegten Soden: Für die Nutzung sollten etwa 6–10 Wochen eingeplant werden. Während dieser Aufbauphase braucht der junge Bestand eine gleichmäßige Wasserversorgung, damit Keimlinge nicht vertrocknen und sich die Pflanzen entwickeln können. Auch das Mähen muss zum Wachstum passen: Zu frühes oder zu tiefes Schneiden kann die noch jungen Gräser schwächen. Regelmäßige Kontrolle hilft, den Zustand der Fläche einzuschätzen und Belastung erst dann zuzulassen, wenn die Grasnarbe ausreichend geschlossen und verwurzelt ist. Saatrasen passt besonders, wenn eine bestimmte Mischung gewünscht ist und die Fläche Zeit zum Anwachsen bekommt. Sein Vorteil liegt nicht allein in der freien Sortenwahl, sondern auch darin, dass ein geeigneter Bestand kleine Lücken langfristig selbst schließen kann. Wer dagegen unmittelbar nach der Anlage eine geschlossene Optik erwartet, muss bei der Ansaat die längere Entwicklungszeit einkalkulieren.